›eyeless‹

Exhibition Design: eyeless

Projekt ›eyeless – die evolutionäre entwicklung des auges‹

Bei diesem Projekt handelt es sich um die Konzeption und die Gestaltung einer (Wander-)Ausstellung mit dem Thema der Entwicklung der Augentypen, die gemeinsam mit Torsten Malcherczyk entstand. Die Ausstellung war bei Carl Zeiss zu sehen, ist aber ebenso für Museen wie dem Löwentormuseum oder der Wilhelma in Stuttgart konzipiert. Daher sind die Zielgruppe grundsätzlich MuseumsbesucherInnen. Über diese ist zu sagen, dass sie keine Experten sind, die sich zuvor schon detailliert

mit der Materie auseinandergesetzt haben. Daher ist zum einen ein grundlegendes Allgemeinwissen,  aber auch grundsätzliches Wissen zur Thematik  vorauszusetzen. Denn man kann davon ausgehen, dass der Besucher ein Interesse an der Thematik mitbringt, ansonsten würde er kaum ein Museum besuchen, welches diese Ausstellung beinhaltet.
Dies hat für die Gestaltung zur Konsequenz, dass ein sachlicher Stil gewählt werden kann, da die Aufmerksamkeit und das Interesse nicht durch und laute Visualisierungen gewonnen werden müssen.

1. Inhalt

Unsere Sichtweise ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die Welt zu sehen: So liegt es an den Augen und am nachgeschalteten Gehirn, wie uns die Welt erscheint. Was dem einen recht langsam vorkommt, ist für den andern ungeheuer schnell. Farben existieren nur im Kopf des Betrachters. Jedes Lebewesen erkennt mit seinen Augen gerade mal soviel, wie es zum Überleben braucht und keines hat die Chance, die Welt zu sehen, „wie sie ist“.
Das Auge ist ein Organ, welches einen scheinbar unglaublich komplexen Aufbau hat, und in seiner Funktionalität viele Naturgesetze berück-sichtigt. Als Charles Darwin seine “Entstehung der Arten” schrieb und damit die Evolutionstheorie formulierte, so bekam er Zweifel über die Richtigkeit seiner Gedanken, als er über das Auge nachdachte. Zu unerklärlich komplex und hochentwickelt erschien ihm das Auge, als dass es nicht von einem Schöpfer erschaffen hätte sein können.
Mittlerweile liegt die Entstehungsgeschichte des für den Menschen wichtigsten Sinnes nicht
mehr im Dunklen, und es wurde klar, dass auch das Auge einer Jahrmillionen dauernden Weiterentwicklung unterlag, bevor es seine heutige Gestalt erlangte.

Teile der Ausstellung – Bausteine der Erzählung

Bei der Gestaltung des ersten Schwerpunkts soll die Entwicklung des Auges im Verlauf von Jahrmillionen dargestellt werden. Es werden die Augentypen vorgestellt; es wird  dargestellt, bei welchen Tieren sie vorkamen oder vorkommen, und wie unterschiedlich die Welt mit dem jeweiligen Typ wahrgenommen wird. Die verschiedenartigen Augen bieten dem Besitzer Vor- und Nachteile in der Wahrnehmung, auf die bei der Darstellung der Sichtweise eingegangen werden kann.

Die Evolution im ist nicht linear verlaufen, sondern nach dem „Trial and Error“-Prinzip, bei welchem Entwicklungen in alle Richtungen hervorgebracht wurden. Diese mussten sich dann durch Tauglichkeit im Lebensalltag der Lebewesen bewähren. Die evolutionäre Entwicklung des Auges lief nach heutiger Lehrmeinung nach dem gleichen Schema ab. Daher gibt es im Baumdiagramm der Augenevolution viele Seitenäste, die interessante und teilweise auch kuriose Augentypen hervorbrachten, die aber für die Entwicklung der fortschrittlichsten Sehorgane keine weitere Rolle spielten.

Um dem Besucher die “Geschichte” der Ausstellung verständlich zu vermitteln sind einige Überle-gungen anzustellen, über die notwendigen Inhalte, die Reihenfolge deren Darstellung (der Betrachter bewegt sich  durch das System), das Zusammenwirken der Darstellungen sowie auch deren räumliche Anordnung. Nachdem bei der Recherche klar wurde, welche Begebenheiten von Relevanz sind, wurden diese nach Themen geordnet. So entstanden grundlegende Bausteine, aus welchen sich die Gesamterzählung zusammensetzt. Die Bausteine sind:

  • Einleitung
  • Physikalische Grundlagen
  • Entwicklung des Auges
  • Spezielle Sehmethoden
  • Sichtfelder

Illustrationen

Ikonografie

Eye Icons

Die Inhalte des Erzählausteins der Augenentwicklung sind wie bereits beschrieben in Kategorien eingeteilt. Dies soll einen Vergleich der Augentypen ermöglichen und eine Strukturierte Wissensver-mittlung garantieren. Da der Betrachter möglicherweise die Informationen zu einem Unterthema (z.B. „Vorkommen des Augentyps“) im Quervergleich mit den

Inhalten anderer Augenarten lesen möchte, erscheint es sinnvoll, ihm eine Hilfe zur schnellen Auffindung zu geben.
Aus diesem Grunde wurde eine kleine Ikonografie entwickelt, die jedem Themenbereich des Erzählbausteins der Augenentwicklung ein Ikon zuweist. Dieses markiert also Themenverwandte Bereiche auf dem Träger.o.

Typografie

Die Akzidenz Grotesk ist eine Schrift aus dem 19 Jahrhundert, die von der Berthold AG entwickelt wurde. Auf Basis der deutschen Akzidenz Grotesk wurden vornehmlich in den USA die Gothic-Schnitte  geschaffen (Franklin Gothic, Lightline Gothic, Monotone Gothic, News Gothic). Sie alle haben ähnliche Charakteristika wie die Akzidenz Grotesk.
Die Akzidenz Grotesk ähnelt der Helvetica, die eigentlich eine Nachfolgerin ist. Doch während die Helvetica schon fast zur Standardschrift aufgestiegen ist und sich so in der Wahrnehmung auch ein wenig abgenutzt hat, ist der Akzidenz Grotesk ihre Klarheit und Spannung bewahrt geblieben. Oder besser gesagt, die Schrift hat ihre Attraktivität

wiedergefunden, denn nachdem sie in der schweizer Gestaltung bis zur Mitte der sechziger Jahre eine enorm wichtige Rolle gespielt hatte, wurde sie von ihren Nachfolgern verdrängt. Sie stellt somit eine interessante Alternative zur Helvetica dar, die dennoch eine ähnliche Anmutung hat.
Da es sich bei dem Projekt um ein Ausstellungs-system handelt, dessen Inhalte auch aus mittlerer Entfernung erkennbar sein sollen, wurde ein Schriftgrad von 18 p für den Fliesstext gewählt. Hier wird der light-Schnitt der Schrift verwendet. Für Überschriften, die in der selben grösse gesetzt werden, und grössere Auszeichnungen wurde der regular-Schnitt gewählt.