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2014 – Iannis Xenakis, N'Shima: Analyse als experimentelle Sprachkomposition

Bibliographical reference

Iannis Xenakis, N’Shima: Analyse als experimentelle Sprachkomposition
Master-Thesis, Karl-Franzens-Universität, Graz, 2014

Abstract english

When the concept of “frameworks” for experimental speech compositions by E. Ungeheuer is adapted to N’Shima (1976) by Iannis Xenakis, scientific questions arise: in which way do linguistic and musical frameworks have an effect in N’Shima, how do they interact with each other and in which way can N´Shima be located within the context of basic individual and socio-cultural frameworks? First, the relevant linguistic, musical and basic frameworks where studied. Then the linguistic material involved in N’Shima was surveyed and phonotactic principles were revealed. The score was manually reconstructed as a computer graphic and in this way retransferred to it`s original graphic state. A script was programmed to measure the durations and intervals of all glissandi within the graphic score. By doing this, distinctive statistical gestalts for distributions could be observed for Random Walks, which are the significant sonic structure in N’Shima. Further results show, that Xenakis gets to an individual style of speech-composition by applying the ideas of his Formalized Music to linguistic material. By controlling properties of speech, like intonation and rhythm through his musical composition techniques which are based on stochastic models, he creates speechlike sonic structures that are transformed into music. The models act as a “catalyzer“ which let the heterogenous materials speech and music react into a homogenous, sounding result. Xenakis controls the speechlike properties of the structures by configuring the stochastic distribution functions accordingly. They define the succession of vowels and consonants as well as the narrow borders of pitch range and the route of the pitch contour. The flowing glissandi of the random walks add to the closeness of the perceived sonic result to the speaking voice.

Abstrakt deutsch

Bezieht man E. Ungeheuers Konzept der Bezugs- und Basissysteme für experimentelle Sprachkompositionen auf N’Shima (1976) von Iannis Xenakis, so ergibt sich die Fragestellung, wie sprachliche und musikalische Bezugssysteme in dieser Sprachkomposition wirken, wie sie sich zueinander verhalten und wo sich N’Shima im Kontext von individuellen und soziokulturellen Basissysteme verorten lässt? Nach vorausgegangener Untersuchung der für das Werk relevanten Basis- und Bezugssysteme wird bei der Analyse das auftretende sprachliche Material inventarisiert und seine komponierten phonotaktischen Verbindungsregeln herausgearbeitet. Anschließend wird die Partitur vektorgrafisch rekonstruiert und so in ihren ursprünglichen grafischen Zustand zurückverwandelt. Indem die Dauern und Intervalle der im Werk auftretenden Glissandi durch ein dafür verfasstes Programm-Skript gemessen werden, können charakteristische statistische Gestalten der für N’Shima typischen Klanggestalt der Random Walks ermittelt werden. Weitere Ergebnisse zeigen, dass Xenakis durch das Beziehen seines Konzepts der Formalisierten Musik auf das sprachliche Material zu einer eigenen Form der Sprachkomposition gelangt. Indem er Merkmale wie Prosodie und Sprachrhythmus oder Klangstruktur der Phonemverbindungen durch seine an außermusikalischen Modellen orientierten Kompositionstechniken steuert, erschafft er eine musikalisierte Form von sprachähnlichen Klangstrukturen. Die Modelle nehmen die Rolle eines Katalysators“ ein, der die heterogenen Ausgangsmaterialien Sprache und Musik zu einem gemeinsamen, dann verklanglichten Resultat reagieren lässt. Die Sprachähnlichkeit der Klangstrukturen steuert Xenakis durch die entsprechende Konfiguration der statistischen Verteilungsfunktionen, welche die Folge von Konsonant und Vokalen, die eng definierten Grenzen von Tonhöhenumfang sowie den Tonhöhenverlauf bestimmen. Die fließenden Glissandi der Random Walks unterstützen die Nähe des klanglichen Eindrucks zur Sprechstimme.

 

2013 – Filmmusik: Spuren des musikalischen Autonomiegedankens

Bibliographical reference

Filmmusik: Spuren des musikalischen Autonomiegedankens
In: Jenseits von Hören und Sehen. Zur Ästhetik audiovisueller Medien. Band 13 in der Reihe “Beiträge zur Medienästhetik der Musik” hrsg. von Rolf Großmann und Hartmuth Kinzler,epOs-Music, Osnabrück, 2013

Abstract english

The notion that film music has to meet criteria derived from autonomous music and thus is independent from visual parts of films has been established in parts of musicology and popular belief in the 20th century. This paper deals with the question which circumstances helped to promote this notion. It will be shown that normative contributions which, by referring to principles of montage of image and music, emphasized the importance of music immanent meaning for the aethetics of filmmusic have been largely influential on the discourse on the functionality of filmmusic. Especially the positions of considerable theorists like Theodor W. Adorno and Hanns Eisler, which at the same time degraded concepts of directors that promoted tight relations between image and music, where widely  adapted and replicated in German-speaking areas. By indirectly asking for a music that is autonomous from images, these views seemed to affirm conventions which had been established early: the application of formerly autonomous classical-romantic music to early movies and the later work of established composers in the film industry suggested to apply similar autonomous principles on the analysis of film music as in absolute music. In this way aethetic ideas that root in the 19th century were transferred to the new medium.

Abstrakt deutsch

Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit der Frage, welche Umstände dazu beigetragen haben, dass im 20. Jahrhundert in Teilen der Musikwissenschaften jene heute noch in die Alltagsmeinung und Analysen von Filmmusik ausstrahlende Meinung etabliert wurde, dass sich Filmmusik losgelöst von der Bildebene an eigenständigen ästhetischen Kriterien zu messen habe. Es wird gezeigt, dass normative Beiträge, die durch den Rekurs auf eine Montagetechnik von Musik und Bild musikimmanente Kriterien für eine Ästhetik der Filmmusik betonten, großen Einfluss auf den Diskurs hatten. Insbesondere die Sichtweisen von einflussreichen Theoretikern und Praktikern wie Theodor W. Adorno und Hanns Eisler, die gleichzeitig ästhetische Konzepte von Experimentalfilmern des ersten Dritteles des 20. Jahrhunderts über die enge Vezahnung von Bild und Ton weniger positiv werteten, wurden im deutschen Sprachraum stark rezipiert und repliziert. Da diese Sichtweisen indirekt eine von der Bildebene autonome Musik forderten, schienen sie jene bereits im frühen Film etablierten Konventionen zu bestätigen, die zunächst durch die Verwendung von vormals autonom gedachter klassisch-romantischer Musik und später durch die Arbeit von anerkannten Komponisten der »Kunstmusik«nahe legten, an die Filmmusik ähnliche autonome ästhetische Kriterien anzulegen wie an absolute Musik, und so ästhetische Ideen auf das neue Medium zu transferieren, die eigentlich im 19. Jahrhundert wurzeln.

2013 – Über das Zufällige in der Musik.

Bibliographical reference

Über das Zufällige in der Musik.
In: kuckuck. Notizen zur Alltagskultur. zufall. 1/13, Jg. 28, 2013.

Abstrakt deutsch

Man spricht von Zufall, wenn für ein Ereignis keine kausale Erklärung im Sinne einer Ursache, die eine Wirkung nach sich zieht, vorliegt. In der Musik können Klangereignisse, ihre Beschaffenheit oder ihre Kombination mit anderen Klängen ein Resultat von Prozessen sein, denen keine erkenntliche kompositorische Ursache zugrunde liegt. Legt man ein weitgefasstes Verständnis von Zufall in der Musik an, so treten in jeder Musik Zufallsereignisse auf. Diese reichen von mikroskopischen Einflüssen auf einzelne Klänge bis hin zu Wirkungsweisen, welche auf makroskopischer Ebene die gesamte Werkgestalt lenken: die Konstellation der MusikerInnen beim Jazz beeinflusst, wie ein Standard erklingt; individuelle Intonationsschwankungen in der Streichergruppe des Orchesters wirken auf das kollektive Klangresultat; ungeplante Störquellen in Studios („vorbeifahrender Zug“) machen mitunter spezielle Qualitäten von Aufnahmen aus. Da sich Musik im gesellschaftlichen Kontext ereignet, spielen nicht zuletzt zufällige Einflüsse der Aufführungs- und Wiedergabesituation eine Rolle. So kann beispielsweise die Zusammensetzung des Publikums beim Konzert die Wirkung und Rezeption von Musik beeinflussen.Neben solchen Aspekten des Zufalls, die auf alle Musik wirken, entwickelten KomponistInnen jedoch Strategien mittels welcher Elemente des Zufalls als feste Bestandteile der Komposition in die Musik einbezogen wurden. Der Zufall kann dabei auf verschiedenen Ebenen in ein musikalisches Werk eingearbeitet sein. Im Folgenden sollen einige dieser Strategien, die im jeweiligen ästhetischen Denken von KomponistInnen fußen, aufgezeigt werden.

2012 – Introductions: signale 0101, Synthetische Komposition / Kompositorische Synthese

Bibliographical reference

signale graz. Konzertreihe für Elektroakustische Musik, Algorithmische Komposition, Radiokunst und Performance. Nummer 0101, Begleitheft.
Kunstuniversität Graz, Graz, 2012

Beschreibung deutsch

Die Veranstaltungsreihe signalegraz widmet sich der Präsentation musikalischer und klangkünstlerischer Arbeiten, die in substantieller Form vermittels moderner Medientechnologie konzipiert oder realisiert wurden.

Für das von der Kunstinversität Graz herausgegebene Begleitheft zu den Konzerten verfasste ich einige Werkeinführungen, die online abgerufen werden können:

signale 0101, „Synthetische Komposition / Kompositorische Synthese“, 2012, Iannis Xenakis: Link

signale 0101,  „Synthetische Komposition / Kompositorische Synthese“, 2012, Herbert Brün: Link

signale 0101,  „Synthetische Komposition / Kompositorische Synthese“, 2012, Martin Lorenz: Link

signale 0101,  „Synthetische Komposition / Kompositorische Synthese“, 2012, Luc Döbereiner: Link

2012 – EDITOR: The Body is the Message. music media publishing Bd. 2

Bibliographical reference

The Body is the Message. music media publishing Bd. 2
Grazer Universitätsverlag, Graz, 2012

Abstrakt deutsch

Mit der Paraphrasierung von Marshall McLuhans Diktum „The medium is the message“ bezieht sich der Titel dieses Sammelbandes The Body Is The Message auf den zentralen programmatischen Terminus Medium der Arbeitsgruppe music|media|publishing. Fragestellungen zum Körper als Medium sowie Körper/n und Medien in musikbezogenen Kontexten bilden dabei den inhaltlichen Rahmen. Der Körper steht im Zentrum ständig oszillierender Spannungsfelder von Natur und Kultur; hier werden soziokulturelle Grenzen gezogen und gleichzeitig überschritten, hier treffen Ideologien und Zuschreibungen auf Wünsche und Erwartungen und hier werden Konstanten und Veränderungen in ihrem Zueinander ständig neu definiert. Inmitten dieser Spannungsfelder ereignen sich musikbezogene Ereignisse: physiologische Grenzen im Musizierprozess werden zur ästhetischen Größe und musizierende Körper werden sozio-kulturell verortet – die Oszillation zwischen dem Körper als Kommunizierendem und dem Körper als Kommuniziertes steht dabei im Zentrum.

2011 – Introductions: signale 0100, A Garland to Koenig

Bibliographical reference

signale graz. Konzertreihe für Elektroakustische Musik, Algorithmische Komposition, Radiokunst und Performance. Nummer 0101: A Garland to Koenig, Begleitheft.
Kunstuniversität Graz, Graz, 2011

Beschreibung deutsch

Die Veranstaltungsreihe signalegraz widmet sich der Präsentation musikalischer und klangkünstlerischer Arbeiten, die in substantieller Form vermittels moderner Medientechnologie konzipiert oder realisiert wurden.
Die Ausgabe 0100 der Reihe ist dem Werk Gottfried Michael Koenigs gewidmet.

Für das von der Kunstinversität Graz herausgegebene Begleitheft zu den Konzerten verfasste ich einige Werkeinführungen, die auch online abgerufen werden können:

signale 0100, Gottfried Michael Koenig, Klangfiguren II (1955/56): Link

signale 0100, Gottfried Michael Koenig, Polychromie (2001): Link

signale 0100, Gottfried Michael Koenig, Essay (1957/58): Link

2011 – hack yourself – hack your self. Möglichkeiten von Image und Identität im virtuellen Raum.

Bibliographical reference

hack yourself – hack your self. Möglichkeiten von Image und Identität im virtuellen Raum.
In: All you need is image?! music media publishing Bd. 1, Grazer Universitätsverlag, Graz, 2011

Abstract english

Coded virtual space promotes diversification of categories of bodily identity and therefore raised feminist hopes of dissolution of former dichotomous gender-identities. Describing the body as imprint and effect of the technologies of power that bring it forth, Haraway refers to Foucault. Code-based performative reconstructions make the cultural body freely alterable and in this way transfer Haraway`s Cyborgs to virtual reality.
Regarding the video ›Come to Daddy‹ by Chris Cunningham, subversive aspects of how gender is staged in new media are discussed. Code-based media as well as the possibility to freely construct identity and image appear as tools of power.
Virtual space therefore forms a new structure of power, which is based on knowledge of the techniques of digital code. Structures of power are not abolished – they merely have been transferred. Being a hacker means to have knowledge and thus to have the power to shape (virtual) reality of code-based social networks as well as identity. In this way a hacker would be able to become any cyborg at any time.

Abstrakt deutsch

Der kodebasierte virtuelle Raum begünstigt die Diversifikation von körperlichen Identitätskategorien und weckte feministische Hoffnungen an die Durchbrechung alter dichotomer Gender-Identitäten. Haraway bezieht sich auf Foucault, wenn sie den Körper als Abdruck und Effekt der ihn hervorbringenden Technologien der Macht beschreibt. Performative Neukonstruktionen, welche den kulturellen Körper durch Code beliebig veränderbar machen, überführen das Prinzip Haraways Cyborgs in die kodebasierte virtuelle Realität. Anhand des Musikvideos ›Come to Daddy‹ von Chris Cunningham werden subversivere Aspekte der medialen Gender-Inszenierung erörtert. Das kodebasierte Medium und die Möglichkeit zur freien Konstruktion von Identität und Image zeigen sich dabei als Werkzeuge der Macht. Der virtuelle Raum bildet daher vor allem den neuen Machtvektor des Wissens um die Techniken des digitalen Codes aus. Die Strukturen der Macht sind nicht aufgehoben, sie haben sich lediglich verlagert. HackerIn zu sein bedeutet, über das Wissen und damit jene Macht zu verfügen, (virtuelle) Realität kodebasierter sozialer Netzwerke sowie Identität zu gestalten und somit zu jeder Zeit zu einer beliebigen Cyborg zu werden.

2011 – EDITOR: All you need is Image?! music media publishing Bd. 1

Bibliographical reference

EDITOR: All you need is Image?! music media publishing Bd. 1
Grazer Universitätsverlag, Graz, 2011

Abstrakt deutsch

Was haben Gummibärchen, die Interessensvertretung der Tischler in Österreich, jeder Teenager und erst recht nahezu jeder Erwachsene, die spanische Hofreitschule, Wasch- mittel aller Preiskategorien, ein Regal namens Billy, Toilettenpapier, recycelt oder nicht, die deutsche Telekom und telering, die Nordsee (Fischrestaurantkette und/oder geogra- phischer Ort), Lady Gaga und Apple gemeinsam? Die Antwort ist etwas Alltägliches, wenn auch nicht für jeden und jede etwas Selbstverständliches. Gleichwohl ob man Image für ein Unwort im Kontext des geflügelten Wörtchens „Ich-AG“ hält und als An- biederung an eine kommerzialisierte Welt empfindet, selbst Teil dieses Spiels ist oder es als Notwendigkeit hinnimmt oder gar ignoriert, es scheint auf vielerlei Wege Teil einer Lebenshaltung und damit Teil unseres Alltags geworden zu sein. Der fragende Imperativ All You Need Is Image?! sei dem vorliegenden Sammelband vorangestellt, der kreative, vielschichtige und interdisziplinäre Beiträge junger Musik- wissenschafterInnen im Umfeld dieses Themenkomplexes präsentiert.

2011 – Introductions: signale 0011, Wagnis Live-Elektronik

Bibliographical reference

signale graz. Konzertreihe für Elektroakustische Musik, Algorithmische Komposition, Radiokunst und Performance. Nummer 0011: Wagnis Live-Elektronik, Begleitheft.
Kunstuniversität Graz, Graz, 2011

Beschreibung deutsch

Die Veranstaltungsreihe signalegraz widmet sich der Präsentation musikalischer und klangkünstlerischer Arbeiten, die in substantieller Form vermittels moderner Medientechnologie konzipiert oder realisiert wurden.
Die Ausgabe 0011 der Reihe ist dem Thema Live-Elektronik gewidmet. Unter Live-Elektronik soll dabei eine spezielle Spielart der Elektroakustischen Musik verstanden werden, bei der den MusikerInnen im Konzert wieder die zentrale Rolle der Interpretation zufällt. Live-Elektronik wird also nicht nur im Studio produziert, sondern auch im Konzert gespielt.

Für das von der Kunstinversität Graz herausgegebene Begleitheft zu den Konzerten verfasste ich einige Werkeinführungen, die auch online abgerufen werden können:

signale 0011, Michele Del Prete, Cambiamenti Di Stato (2008): Link

signale 0011, Karlheinz Essl, Sequitur XIII (2009): Link

signale 0011, Hyunsuk Jun, Papilio Ulysses (2005): Link

signale 0011, Germán Toro-Pérez, Rulfo/ecos I (2006): Link

signale 0011, Aliona Yurtsevich, TREE / study – III (2007): Link

2009 – Lassen sich Timbre und Farbe aufgrund ihres körperlichen Erregungspotenzials in Beziehung setzen und werden sie dementsprechend gestaltend in audiovisueller Musik eingesetzt?

Bibliographical reference

Lassen sich Timbre und Farbe aufgrund ihres körperlichen Erregungspotenzials in Beziehung setzen und werden sie dementsprechend gestaltend in audiovisueller Musik eingesetzt?
Bachelor Thesis, Karl Franzens Universität, Graz, 2009